18 | MARKENGESCHICHTEN Zwischen Bergen, Bohnen & Begegnungen 1 Zwischen den Kaffee- pflanzen wächst nicht nur Genuss – sondern Geduld, Gemeinschaft und Geschichten, die man mit jedem Schluck Kaffee ein Stück mehr versteht. Jan Nockemann Einkaufsleiter Weiling & bioladen* Wie war die Stimmung in der Reisegruppe eher Bildung oder Emotion? Es war eine ganz besondere Mischung. Un- sere Gruppe war bunt gemischt jung und alt, neugierig, offen, voller Fragen. Wir ha- ben unheimlich viel über Kaffee, über Peru und über die Menschen erfahren, aber es war nie trocken oder theoretisch. Es war emotional, lebendig und oft sehr persön- lich. Gerade weil wir viel Zeit zusammen im Bus oder auf den Plantagen verbracht- en, entstanden intensive Gespräche. Und manchmal saßen wir einfach nur still da, jede*r für sich – bewegt von dem, was wir sahen. Das war genauso wertvoll wie alles andere. 2 Im Interview mit Jan Nockemann – Einkaufsleiter Weiling und Marke bioladen* – berichtet über seine Reiseerlebnisse in Peru: Wann hattest du das Gefühl: ,,Jetzt bin ich wirklich angekommen?“ In Lima war noch alles neu, laut und schnell. Ich war voller Erwartung, aber auch inner- lich rastlos – zu weit entfernt vom eigentli- chen Ziel unserer Reise. Dieses Gefühl des „Ankommens“ kam erst später, in Tarapoto. Als wir aus dem kleinen Flugzeug stiegen und die feuchte Wärme uns umfing, begann sich etwas zu verändern. Überall wuselten Tuk Tuks, das Leben pulsierte in einem ganz eigenen Rhythmus – langsamer, gelassen- er. Die Geräusche, die Gerüche, die bunten Häuser, die tropische Luft – plötzlich war ich mitten in einem anderen Takt. Und genau da, auf den Straßen von Tarapoto, zwischen Staub, Lachen und dem stän- digen Brummen der Motoren, spürte ich: Jetzt bin ich wirklich hier. Gab es eine Begegnung, die dich be- sonders berührt hat? Ja, eindeutig – Daisy. Sie war unsere erste Kaffeefarmerin, eine Frau mit wachen Au- gen und einem zurückhaltenden Lächeln. Anfangs war sie still, fast schüchtern. Doch mit jedem Schritt über ihren Hof, mit jeder Frage, die wir ihr stellten, blühte sie ein Stück mehr auf. Sie zeigte uns ihre Pflanzen, erzählte von den Jahreszeiten des Kaffees, von Hoffnung und Rückschlä- gen, von Erntefreuden und Sorgen. Am Ende sprach sie so lebendig und herzlich, dass wir alle spürten: ,,Das ist keine Show, das ist ihr Leben – ehrlich, ungeschönt, beeindru- ckend. Ihre Offenheit hat mich tief berührt. “ 1 Jan Nockemann 2 Daisy 3 Lupo Huancas Flores